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Der Tiger I "112"
Titel Der Tiger I "112"
Beschreibung Geschichte zum Tiger I "112"
Erstellt von Trantor
Ab dem 21.08.1942 wurde in Fallingbostel die sPzAbt 501 auf Tiger I geschult, nachdem die Abteilung am 10.05.1942 in Erfurt offiziell aufgestellt wurde. Sie war die erste der 14 Tiger Abteilungen der Wehrmacht.

Nach den Landungen der alliierten Truppen in Nordafrika (Marokko und Algerien)am 08.11.1942 befahl Hitler die Überführung der sPzAbt 501 nach Afrika.Auf diesem Transport erst erfolgte die Ausbildung der Panzermänner für den Tropenkrieg, welche durch abgestellte erfahrene Afrikakämpfer durchgeführt wurde. Die ersten Transporte trafen schon am 18.11.42 in Italien ein. Ab dem 20.11.42 (die Abteilung war noch nicht komplett in Italien angekommen) wurden die ersten Mot-Teile auf Siebelfähren von Riggio-Calabrien nach Tunis verschifft. Die Räderfahrzeuge wurden zum Teil auf Frachtschiffen von Palermo verschifft. Das Personal wurde mit 16 Ju 52 und 4 Me 323 "Gigant" nach Tunis überflogen. Wie durch ein Wunder gingen keine Flugzeuge oder Schiffe verloren!

Der Tiger I mit der Turmnummer "112" (Fahrgestellnummer 250012) war der dritte Tiger, der in Afrika ausgeladen wurde. Mit dem ersten Siebelfährenzug erreichten 6 Tiger I am 23.11.42 Bizerta bei Tunis, wobei der Kdr, Major Lueder, trotzdem mit einigen Pz III im Rahmen der 10. PzDiv das Fallschirmjägerregiment 5 im Angriff auf Medjez el Bab unterstützte.

3 Tiger I hatten (zusammen mit 4 Pz III N ) dann am 01.12.1942 den ersten Feindkontakt, hier mit Panzern der 1. US-PzDiv. Bei Tebourba trafen die Tiger auf Sherman, General Lee und M3 Scout Car, die von der 1./501 bekämpft wurden. Folgende Tiger waren an dem Kampf beteiligt: 112 , 124, 131 und 142. was auffällig war ist, dass in den ersten Wochen kein Tiger über seine Stammbesatzung verfügte. Fast bei jedem Einsatz wurden die Besatzungen neu zusammengestellt, besonders die Kommandanten wechselten teilweise mehrmals am Tage. Die vier genannten Tiger teilten sich als Kommandanten Hauptmann Baron von Nolde, Hptm Deichmann, Lt. Joschko und Lt. Vermehren. Wie man merkt, war die 1. Kompanie in diesen Tagen gut mit Offizieren versorgt.
Nach dem mit nur 3 Stunden eher kurzen Gefecht standen 34 Kampfpanzer und 6 Scout cars brennend oder verlassen auf dem Gefechtsfeld. Verluste auf deutscher Seite gab es nur wenige, es gingen keine Panzer verloren, jedoch wurden Hptm Nikolai Baron von Nolde (der in Afrika immer Tennisschuhe trug) und Hptm Eberhard Deichmann im Turmluk durch Scharfschützen getötet (Jentz schreibt, Nolde sei durch Artillerietreffer gefallen, was wahrscheinlicher ist). Deichmann wurde noch 2 Panzerabschüsse zugesprochen. Beide liegen auf dem Kriegsgräberfriedhof in Tunis. Am 25.12.1942 war die 1. Kompanie vollzählig, Mitte Januar 1943 auch die 2. Kompanie. Insgesamt war die 501 mit 20 Tiger I und 25 Pz III N 7,5cm kurz), aufgeteilt in Stabskompanie und 2 Kompanien, in Afrika vertreten.

Am 18.01.43 erfolgte erst der nächste Einsatz für unseren "112". Im Unternehmen Eilbote wurde ein Gegenangriff am Flussbett Djebel Solbai gefahren, der aber ohne größeren Feindkontakt eingestellt wurde.

Die Sternstunde der 1./501 kam am 19.01.43, als die 1./501 bei Hamra einen Vorstoß durch die gegnerischen Linien unternahm und dort eine US-Versorgungskolonne überraschte. 106 Fahrzeuge und 25 nagelneue Geschütze waren die Beute dieses Tages, welche natürlich sofort in die deutschen Nachschubdienste integriert wurden (leider schreibt Jentz über diesen Erfolg nichts).
Dieser Tag brachte dann die ersten Ausfälle für die 501. 3 Tiger erhielten Minenschäden, die jedoch bis zum nächsten Morgen von den InstDiensten repariert werden konnten.

Am Morgen des 21.01.1943 erreichte die „Kampfgruppe 501“ die Kreuzung Ousselteia-Kairouan, wo Infanteristen eine Panzeransammlung der Briten meldeten. Insgesamt 56 Panzer unterschiedlicher Typen sammelten sich in einer Senke, von denen 12 Panzer den 2. Zug 1./501 angriffen, deren Führer Lt. Vermehren war. Nach Abschuss von 3 Feindpanzern zogen sich die anderen Tommys zurück. Hier machte sich zum ersten Male ein „Tigerkomplex“ beim Gegner bemerkbar. Entweder sie griffen die Tiger in großer Überlegenheit an...oder man zog sich zurück. Die gesamte 1. Kompanie mit dem „112“ schlug in einem verwirrenden Nachtgefecht am 22.01.1943 einen britischen Angriff durch Panzer und Halbkettenfahrzeugen zurück. Der „112“ erhielt dabei einen Treffer an der Kanonenblende, der noch heute zu sehen ist. Über Abschüsse ist leider nichts bekannt. Eigene Panzerverluste gab es keine. Nach dem Verbindung zu einer italienischen Kampfgruppe hergestellt wurde zogen sich die Tiger am 24.01.43 zu einem Sammelraum zurück. Dabei überhitzte der Motor des Tigers des Lt. Vermehren. Nach dem Motorbrand wurde der Panzer gesprengt, dies war der erste Tiger-Totalverlust in Afrika.
Der Ob der 5. PzArmee, Generaloberst von Arnim zeichnete Oblt Hartmann, Lt. Vermehren, Ofw Augustin und Gefr. Vogel mit dem EK I aus und würdigte die sPzAbt 501 in einem Tagesbefehl.

Nachdem alle einsatzbereiten Panzer wieder einsatzbereit waren (2 Pz III wurden zugunsten der anderen ausgeschlachtet und gesprengt) wurde die 1./501 nach Zaghouan und die 2./501 nach Pout du Fahs verlegt. Ab diesem Zeitpunkt kämpfte die 501 nur noch getrennt.
Die 1./501 wurde daher der 10. Panzerdivision (PzRegt 7) als 7. schwere Kompanie unterstellt. Am 14.02.43 begann das Unternehmen Frühlingswind. Alle Tiger der 1./501 bekamen dafür neue Turmnummern, unser „112“ wurde zur „712“, die Fahrzeuge der 2./501 wurden zur „8XX“, da sie der 10. PzDiv als 8. schwere Kp unterstellt wurden.

Die Tiger trafen auf Sherman des amerikanischen 1st ArmdRegt. Von 53 eingesetzten Sherman gingen 47 verloren. Ein weiteres Btl der Amerikaner verlor 50 Sherman an die Pz III und IV der PzRegt 5 und 7. Ofw Augustin vernichtete einen fahrenden Sherman bei Sidi bon Zid auf 2.500 Metern Entfernung! Ein weiterer Sherman wurde mit laufenden Motor verlassen aufgefunden und als Beute nach Deutschland überführt. Das Unternehmen Frühlingswind wurde am 17.02.1943 eingestellt. Die gesteckten Ziele erwiesen sich als unerreichbar. Von den insgesamt 165 vernichteten oder erbeuteten Feindpanzern war die 1./501 mit einem Drittel der Abschüsse beteiligt.

Beim Unternehmen Ochsenkopf (gestartet 26.02.1943) wurden die 2 Kompanien der 501 weiterhin als 7. und 8. Kompanie PzRegt 7 geführt. Die Abteilung wurde von Major Lueder geführt. Es mag verwirrend klingen, aber die sPzAbt 501 war dem PzRegt 7 unterstellt, Major Lueder führte aber die Abteilung, die aus 19 Tigern bestand, der zusätzlich 15 Pz IV unterstellt wurden. Am 27.03.1943 und 28.02.43 kamen die schwarzen Tage der 501. In strömenden Regen fuhren sich die Tiger vor Beja fest und mussten auf die Straßen vorrücken, die durch Minen und Pak des Gegners gesichert waren. Zuerst wurde ein Tiger durch Pak bewegungsunfähig geschossen, worauf dieser Panzer selbstzerstört wurde. Nach 10 Kilometern gerieten die deutschen Panzer in Artilleriebeschuss und Tieffliegerangriffe. Der Tiger des Lt. Vermehren fuhr auf eine Mine, wobei der Leutnant und der Richtschütze, Uffz Ullrich, fielen. Am 28.02.43 schließlich fuhren 7 Tiger dicht nebeneinander auf Minen. Alle Panzer mussten von Pionieren gesprengt werden. Lt. Joschko und Uffz Rissmann fielen, Major Lueder, die Olt. Hartmann, Pohl, Loose, Kodar und Stockhammer wurden beim wechseln auf andere Panzer durch Artilleriesplitter verwundet.
Ende Februar 1943 war die Lage in Nordafrika hoffnungslos. Viele Fz mussten wegen Benzinmangels oder kleinerer technischer Defekte gesprengt werden, weil jegliche Bergemittel fehlten. Inzwischen waren in Afrika neben den beiden Kp der 501 auch die 1./sPzAbt 504 mit 11 Tigern in Afrika angekommen. Die 504 wurde dem PzRegt „Hermann Göring“ unterstellt. Die letzte Spur des „112“ in deutschen Diensten findet sich Ende März 1943, als die restlichen Panzer der 501 unter Kommando der sPzAbt 504 (Führer Major August Seidenstricker, RK am 18.07.1643) kämpften.
Der Tiger I „712“ wurde schließlich 21.04.1943 bei Medjez-el-Bab verlassen aufgefunden. Die Briten, die den Tiger entdeckten, übergaben ihn an die US Army, da die Briten bereits 2 Tiger („131“, Nr. 250122 sowie einen Tiger der sPzAbt 504) erbeutet hatten.

Der Panzer wurde zum Aberdeen Proving Ground verschifft und dort untersucht. Allerdings waren auf dem Transport die Feifel-Trockelfilter abhanden gekommen, so dass diese später von einem anderen Beute-Tiger ergänzt wurden. Auch hatte der Tiger an der rechten Turmseite einen Durchschuss, der mit einer Stahlplatte verschlossen war. Wo und wann der Tiger in Afrika diesen Treffer erhielt ist nirgends beschrieben.
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